Umdenken gefragt

Karrierechancen für Frauen in der Logistik-Branche

Stadtsiluhouette, davor in Blautönen zwei Flugzeuge, ein Schiff, ein Lastwagen, ein Sattelschlepper
© Gerd Altmann auf Pixabay

Um ein Meinungsbild über die vorherrschenden Stereotype zu Frauen in der Logistikbranche einzuholen, hat die BVL ihre Mitglieder befragt und zusätzlich Einzelinterviews geführt. Demnach wird die Logistikbranche überwiegend als Männerdomäne wahrgenommen, die mit harter körperlicher Arbeit und einer wenig familienfreundlichen Arbeitskultur verbunden wird. Frauen finden sich überwiegend in klassischen Bürojobs, beispielsweise im Controlling, im Einkauf und in der Personalabteilung. Dass Führungspositionen nur selten mit Frauen besetzt sind, wird bisher kaum hinterfragt.

Digitalisierung und Fachkräftemangel sorgen für Veränderungen

Doch die Digitalisierung verändert die Branche und wandelt die Tätigkeiten. Körperliche Kraft ist mittlerweile auch im gewerblichen Bereich keine Einstellungsvoraussetzung mehr. Stattdessen gewinnen Eigenschaften und Fähigkeiten wie Flexibilität, Service-Orientierung, Teamwork und Konfliktmanagement immer mehr an Bedeutung. Viele Unternehmen versuchen sich angesichts des Fachkräftemangels mit neuen Arbeitsmodellen besser auf die Wünsche der Beschäftigten einzustellen. Dazu zählen unter anderem flexiblere Arbeitszeiten, Lebens-Arbeitszeitkonten, individuelle Teilzeitmodelle, aber auch ergonomisch verbesserte Arbeitsplätze.

Frauen gezielt unterstützen und für Logistik begeistern

Frauen sollen gezielt durch Mentor*innen-Programme wie „MentorMe“ und Netzwerke unterstützt werden, um die Branche für sie attraktiver zu machen. Wichtig ist es laut der Umfrage auch, dass erfolgreich in der Logistik tätige Frauen sichtbarer werden, damit mehr Frauen überhaupt wahrnehmen, welche Möglichkeiten und Karrierechancen die Branche bieten kann.

Die Analyse gibt Unternehmen darüber hinaus mit auf den Weg, einen Imagewandel zu erreichen. Unternehmen müssten selbst mehr für eine vielfältigere Belegschaft und eine höhere Attraktivität als Arbeitgeber:in tun. In der zumeist männlichen Belegschaft sei ein Umdenken gefragt: Die Beschäftigung von qualifizierten Frauen sollte nicht als Problem, sondern als Chance gesehen werden.