Herausforderung und Chance zugleich

Ergebnisse der Studie „Zurück in den Beruf – Gleichberechtigt, Gebildet, Gefragt?“

Frau am Schreibtisch - bearbeitet ein Dokument
© ernestoeslava auf Pixabay

Für die Studie wurden 497 Personen befragt, die aufgrund von Erziehungs-, Pflegezeit oder krankheitsbedingt länger nicht berufstätig waren und nicht an ihren vorherigen Arbeitsplatz zurückkehren konnten. Zwar waren knapp 80 Prozent aller Befragten mit dem bisherigen Arbeitgeber zufrieden. Dennoch haben rund 28 Prozent von sich aus gekündigt. 45,1 Prozent haben eine Kündigung erhalten oder nach Auslaufen des Arbeitsvertrages kein neues Angebot bekommen.

Von den Befragten, die selbst gekündigt hatten, gaben 40 Prozent an, dass sich Familie und Beruf mit dem bisherigen Arbeitsmodell nicht vereinbaren ließen. 21,5 Prozent der Befragten war von ihrem Arbeitgeber nicht die Möglichkeit eingeräumt worden, die Arbeitsstunden zu reduzieren. Die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht entsprechend rund ein Fünftel der Befragten als ein Problem beim Neustart an: 22,3 Prozent der Berufsrückkehrer:innen  befürchten, dass sie bei der Arbeitssuche aufgrund ihrer familiären Situation benachteiligt werden könnten. Der Großteil blickt allerdings optimistisch in die Zukunft: Rund 70 Prozent schätzen ihre Aussicht auf eine neue Tätigkeit sehr gut bis eher gut ein.

Weiterbildung als Chance für den beruflichen Wiedereinstieg

Um ihre Chancen zu verbessern, möchten sich 87,6 Prozent der Befragten weiterbilden und 91 Prozent von ihnen würden das bevorzugt im Rahmen von Onlineunterricht mit viel Flexibilität und qualifizierten Lehrkräften tun.

Die Befragten hoffen durch die Weiterbildung vor allem:

  • flexibler arbeiten zu können (37,1 Prozent),
  • überhaupt einen neuen Job zu finden (34,2 Prozent),
  • sich beruflich zu verändern (30,8 Prozent),
  • ein höheres Gehalt zu beziehen (29,9 Prozent),
  • eine höhere Position zu bekommen (23,4 Prozent).

Deutliche Unterschiede gibt es im Hinblick auf die Branchen: Das Feld Gesundheit liegt mit 38,6 Prozent bei der Weiterbildung weit vorne. Dahinter folgen Marketing und Kommunikation (27,2 Prozent) sowie der Bereich IT und Technik mit 20 Prozent. Laut Studie ist eine Weiterbildung im IT-Bereich eine gute Idee, denn die Branche ist auch aufgrund des starken Fachkräftebedarfs ein klarer Zukunftsmarkt. Allerdings scheint es hier – insbesondere bei Frauen – Vorurteile und Vorbehalte zu geben, da ihnen häufig Informationen fehlen, welche Jobs, Berufsbilder und Möglichkeiten sich hinter dem IT-Begriff verbergen.

Agentur für Arbeit und Jobcenter unterstützen beim beruflichen Wiedereinstieg

Von den Befragten waren 68,6 Prozent seit unter einem Jahr arbeitssuchend, 12,1 Prozent seit weniger als 24 Monaten und 19,4 Prozent länger. 67,6 Prozent der Befragten hatten bereits Kontakt zur Agentur für Arbeit oder zum Jobcenter. 43,2 Prozent von ihnen gaben an, an einer geförderten Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen zu haben; vor allem an Bewerbungstrainings, fachlichen Weiterbildungen, Führungstrainings und Kursen zu Soft Skills. 40,7 Prozent sehen die geförderte Weiterbildung als einen ersten Schritt zum beruflichen Wiedereinstieg. Drei Viertel der Studienteilnehmenden waren zum Zeitpunkt der Befragung auf Jobsuche und bereits aktiv in Sachen Bewerbungen und Vorstellungsgespräche.

Weitere Details zu den Ergebnissen der Befragung finden Interessierte unter dem folgenden Link.