Pressemitteilung

Fußballnationalspielerinnen werden Demenz-Partnerinnen

Zeitungsstapel auf dem vier Holzklötzchen liegen mit dem Wort News
© iStock-638044390_(c)Daniela Jovanovska-Hristovska

Fast 70.000 Menschen in Deutschland sind bereits Demenz-Partnerinnen und Partner. Wer an den 90-minütigen Kompaktkursen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft teilnimmt, trägt dazu bei, dass Demenz weniger tabuisiert und Betroffene weniger stigmatisiert werden. Das Bundessenioren- und das Bundesgesundheitsministerium fördern diese Initiative bereits seit 2015.

Heute nimmt die geschäftsführende Bundesseniorenministerin Christine Lambrecht gemeinsam mit der Bundestrainerin der Fußballnationalmannschaft der Frauen, Martina Voss-Tecklenburg, und der gesamten Mannschaft in Wolfsburg an einer Demenz-Partner-Schulung teil.
Christine Lambrecht, geschäftsführende Bundesseniorenministerin: „Ich freue mich, heute auch eine Demenz-Partnerin zu werden. In der Schulung haben schon fast 70.000 Menschen gelernt, wie sie Menschen mit Demenz mit Hilfsbereitschaft, Verständnis und Wissen begegnen können. So weiß man als Angehöriger, Nachbarin, Verkäufer oder Busfahrerin, was eine demente Person braucht und wie man behutsam mit ihr umgeht. Ich danke der Fußballnationalmannschaft der Frauen sehr, dass sie sich diesem wichtigen Thema widmet. Die Nationalspielerinnen sind Vorbilder. Ihr Engagement wird gesehen und wahrgenommen.“ Jens Spahn, geschäftsführender Bundesgesundheitsminister: „Demenzkranke brauchen Teamgeist. Deswegen ist die Unterstützung durch die Frauenfußballnationalmannschaft und ihrer Trainerin Martina Voss-Tecklenburg so wichtig. Sie machen den natürlichen Umgang mit demenziell Erkrankten prominent. Auch im kommenden Jahr wird die Bundestrainerin ihr Engagement als Demenz-Botschafterin fortsetzen. Gerade in Pandemiezeiten gilt ihr dafür mein besonderer Dank.“ Martina Voss-Tecklenburg, Bundestrainerin der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen: „Für mich hat dieses Thema, das so viele Menschen und Angehörige betrifft, eine wichtige Bedeutung. Ich habe es selbst in meinem Familienkreis erlebt, wie belastend diese Krankheit sein kann. Zu lernen, wie man mit erkrankten Menschen umgeht, Verständnis aufzubringen und dabei konkrete Werkzeuge an die Hand zu bekommen, um zu unterstützen – das hat mir enorm weitergeholfen. Es ist wichtig, dies auch unseren Spielerinnen zu vermitteln, die ein großes Interesse an der Thematik gezeigt haben.“ In Deutschland leben derzeit etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Jährlich nimmt die Zahl der Erkrankten um circa 40.000 zu. Für das Jahr 2050 wird die Zahl der Menschen mit der Diagnose Alzheimer oder einer anderen Demenzerkrankung auf über drei Millionen Menschen geschätzt. Menschen mit Demenz haben Schwierigkeiten, sich zu erinnern, Wege zu finden und ihren Alltag zu organisieren.
Sport wirkt sich positiv auf die Lebensqualität von Menschen mit Demenz aus und kann vor Erkrankungen im Alter schützen. Sport hilft Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen weiter am sozialen Leben teilhaben zu können.


Im Rahmen der Aktion „TEAMGEIST für Menschen mit Demenz“ hat Frau Voss-Tecklenburg kurze Filme mit Beispielen für Bewegungs- und Koordinationsübungen gedreht. Sie sind hier abrufbar:

https://www.zusammengegencorona.de/informieren/koerperliche-gesundheit/teamgeist-fuer-menschen-mit-demenz/

Das Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ des Deutschen Olympischen Sportbunds ermöglicht Menschen mit Demenz, trotz Erkrankung weiterhin oder erstmalig an sportlichen Aktivitäten teilzunehmen. Kostenfreie Materialboxen für Übungsleiterinnen und Übungsleiter in Vereinen helfen dabei, sich über die Erkrankung Demenz zu informieren (https://www.dosb.de/sonderseiten/news/news-detail/news/sport-bewegt-menschen-mit-demenz).

Unter www.demenz-partner.de sind weitere Informationen, Kurse in der Nähe und Ansprechpartner zu finden. Mit dem neuen Webtraining können Interessierte zudem jederzeit von zuhause aus einen Kompaktkurs machen.

Fotos der heutigen Veranstaltung können ab 20 Uhr hier abgerufen werden.


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