Aushandlungssache

Partnerschaftlich Vereinbarkeitsmodelle finden

Cover der Broschüre PLAN Aushandeln
© adesso design

Wie können Eltern ein individuelles Vereinbarkeitsmodell entwickeln, das zur Familie und den beruflichen Ambitionen passt? Wie lässt sich dieses Anliegen angemessen in der Partnerschaft, der Familie und am Arbeitsplatz kommunizieren? Die Broschüre „PLAN Aushandeln: Machen wir’s fair – unser Leben mit Job und Familie“ bietet (werdenden) Eltern ebenso wie Alleinerziehenden oder getrennt lebenden Eltern, die gemeinsam erziehen, aber auch pflegenden Angehörigen Ideen und Leitfragen, um ins Gespräch zu kommen, Modelle zu entwickeln und konkrete Vereinbarungen zu treffen. Die Broschüre wurde vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Sie ist auch in einfacher Sprache erhältlich und kann kostenlos beim Netzwerk W Lippe heruntergeladen werden.

Herausforderungen konstruktiv begegnen und miteinander reden

Der Wunsch nach einer partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbsarbeit und Familienaufgaben liegt im Trend. Des Weiteren sind partnerschaftliche Aushandlungsprozesse und gute Bedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen (Wieder-)Einstieg nach einer Familien- bzw. Pflegephase. Wer an gleichberechtigten Partnerschaftsmodellen interessiert ist, kann im Leitfaden anhand von vier idealtypischen Modellen zunächst herausfinden, welche Konstellationen der aktuellen Lebenssituation am meisten entsprechen. Die Broschüre zeigt zu jedem dieser Modelle auf, welche Herausforderungen und Folgen aufgrund von Entscheidungen entstehen und gibt mit Lösungsansätzen Hilfestellung, wie man möglichen Problemen konstruktiv begegnen kann.

Darüber hinaus finden Interessierte konkrete Tipps zur fairen Arbeitsteilung im Haushalt, zu partnerschaftlichen Vereinbarungen sowie zur Kommunikation in Partnerschaft, Familie und Beruf. Allgemeingültige Kommunikationsregeln und Handlungsstrategien sollen Frauen und Männer dabei unterstützen, (wieder) ins Gespräch zu kommen bzw. zu bleiben.

Vereinbarkeit für alle: Neue EU-Richtlinie für bessere Rahmenbedingungen

Die ungleiche Verteilung der sogenannten „Care-Arbeit“ ist nicht nur in Deutschland ein Problem. Die Mehrheit der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) hat deshalb Anfang 2019 der EU-Vereinbarkeitsrichtlinie zugestimmt. Diese soll durch festgelegte Mindeststandards bessere Rahmenbedingung für eine partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit schaffen, die Erwerbsbeteiligung von Frauen fördern und die Gleichstellung in der gesamten EU vorantreiben.

Zu den vereinbarten Mindeststandards zählen unter anderem zehn Tage bezahlte Auszeit für den zweiten Elternteil rund um die Geburt des Kindes sowie vier Monate Elternzeit für jeden Elternteil. Dazu kommen fünf Tage Zeit für Pflege pro Jahr, das Recht auf Beantragung flexibler Arbeitsregelungen für Eltern und pflegende Angehörige sowie ein besserer Kündigungsschutz. In Deutschland bestehen bereits weitergehende Leistungen als in der neuen Richtlinie gefordert. Weitere Informationen zur „EU-Richtlinie zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Eltern und pflegende Angehörige“ finden Interessierte in der Pressemitteilung des BMFSFJ „Meilenstein für die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf in der Europäischen Union“.