Unternehmen unterstützen Geflüchtete

Mit beruflichen Perspektiven die Integration fördern

Auf einer Tafel steht das Wort Integration umgeben von bunten Pfeilen
© Gerd Altmann auf Pixabay.com

Rund die Hälfte der geflüchteten Menschen, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, geht fünf Jahre nach ihrer Zuwanderung einer regelmäßigen Beschäftigung nach. Arbeit hat sich als ein wesentlicher Faktor für gute Teilhabe-Chancen erwiesen. Im Rahmen der Fachkräftesicherung spielt die Integration von Geflüchteten auch in den Unternehmen eine wichtige Rolle. Allerdings waren die Hürden für eine Einstellung bisher sowohl für geflüchtete Menschen wie auch für Unternehmen oft sehr hoch. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre, eine Vielzahl an Netzwerken und Anlaufstellen sowie geänderte rechtliche Rahmenbedingungen – wie die Massenzustrom-Richtlinie für Geflüchtete aus der Ukraine – machen es für Unternehmen mittlerweile jedoch einfacher, Geflüchtete einzustellen.

Spezielle Angebote erleichtern den Einstieg in den Arbeitsmarkt

Die Sprachbarriere, kulturelle Unterschiede und psychische Belastungen sind nur einige der Probleme, vor denen geflüchtete Frauen und Männer bei ihrem Neustart stehen. Niederschwellige Angebote wie Praktika oder Teilzeitjobs machen es leichter, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dies gilt besonders auch für Frauen, die nach wie vor häufiger als Männer vor der Herausforderung stehen, Beruf und Familie vereinbaren zu müssen. Hilfreich ist es deshalb, Stellenangebote so zu formulieren und zu platzieren, dass sie für Geflüchtete zugänglich sind und diese sich ausdrücklich angesprochen fühlen.

Für eine gute Eingewöhnung am Arbeitsplatz sind dann individuelle Unterstützungsangebote von Vorteil. Dazu zählen persönliche Ansprechpartner:innen, die für berufliche Fragenstellungen zur Verfügung stehen, aber zum Beispiel auch die Begleitung zu  Behördenterminen wahrnehmen können und dafür vom Unternehmen freigestellt werden. Netzwerke im Unternehmen zu bilden und sich kulturell auszutauschen, kann die Einarbeitung und Integration ebenfalls erleichtern.

Miteinander kommunizieren: Sprachkenntnisse fördern

Ein weiteres Standbein ist der Spracherwerb. Je schneller geflüchtete Frauen und Männer Deutsch lernen, desto einfacher wird das Einleben in den Beruf und die Gesellschaft. Unternehmen sollten deshalb ihren neuen Mitarbeitenden Sprachkurse vermitteln oder Unterricht im eigenen Betrieb organisieren – eventuell in Kooperation mit anderen Unternehmen aus der Region. Entscheidend für schnelle Fortschritte ist, dass den Kursbesucher:innen entsprechende Lernzeiten zur Verfügung stehen. Um sprachliche Anfangshürden im Betrieb zu überwinden, helfen das Verwenden einfacher Sprache oder auch der Wechsel ins Englische weiter, das viele Geflüchtete gut beherrschen. Zudem sollten die Kolleginnen und Kollegen für das Thema sensibilisiert werden, um Missverständnisse im Arbeitsalltag zu vermeiden.

Qualifikationen anerkennen und wertschätzen

Die Anerkennung der vorhandenen beruflichen Qualifikationen verbessert die Position Geflüchteter auf dem deutschen Arbeitsmarkt und hilft Arbeitgebenden, die Kenntnisse ihrer Mitarbeitenden besser einordnen zu können. Durch das sogenannte Anerkennungsgesetz können seit 2012 alle ausländischen Personen mit einer formalen und staatlich anerkannten Aus- oder Weiterbildung ihren Berufsabschluss in Deutschland anerkennen lassen.

Unterstützung von Seiten des Unternehmens hilft geflüchteten Menschen dabei, diesen Prozess in Angriff zu nehmen. Hilfreich kann es auch sein, wenn sich Unternehmen an den Kosten für die Anerkennung der beruflichen Qualifikation beteiligen, bei der Suche nach Fördermöglichkeiten unterstützen oder auch Nachqualifizierungen anbieten, falls diese erforderlich sind.

Zielgruppe: Geflüchtete

Unter dem Motto "Flüchtlinge integrieren, Fachkräfte gewinnen" stellt das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung allen interessierten Unternehmen Handlungsempfehlungen, Videos, Podcasts und Praxisbeispiele zur Verfügung und lotst zu weiterführenden Informationen.

In einer repräsentativen Erhebung  zum Engagement von Unternehmen bei der Integration von  Geflüchteten, die das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung 2020 veröffentlicht hat, zeigte sich, dass die Integration zunehmend nachhaltig gelingt.