Beschäftigungen im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen

Für die Arbeit im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen ist eine gute hauswirtschaftliche Fachkenntnis unerlässlich.

Darüber hinaus sollten Mitarbeiter:innen ein hohes Maß an sozialen und kommunikativen Kompetenzen im Umgang mit Kund:innen mitbringen,  da sie ihre Arbeit im Privathaushalt ausüben und an die Bedürfnisse der Auftraggeber:innen und der Arbeitgeber:innen anpassen.

Aufgrund der besonderen Arbeitssituation und Verantwortung können haushaltsnahe Dienstleistungen nicht ohne entsprechende Qualifikation ausgeführt werden. Unternehmen, die kontinuierlich für Weiterbildung sorgen, sichern sich Wettbewerbsvorteile. Denn Angebote zur Qualifizierung erleichtern das Gewinnen neuer Mitarbeiter:innen und ermöglichen qualifizierte Angebote für ihre Kund:innen.

Um im Bereich der haushaltnahen Dienstleistungen tätig zu werden, bieten sich Qualifizierungen nach dem Referenzrahmen "Modulare (Teil)Qualifizierung für haushaltsnahe Dienstleistungen und Hauswirtschaft" an. Im Rahmen dieser Teilqualifizierung gibt es sechs Module für die unterschiedlichen Tätigkeitsgebiete. Es ist auch möglich, einzelne Module zu absolvieren. Sollten alle Module erfolgreich abgeschlossen sein, besteht die Möglichkeit, sich zur externen Abschlussprüfung „Hauswirtschafter:in“ bei der jeweiligen zuständigen Stelle anzumelden und so den Berufsabschluss zu erlangen.

  • Modul 1: Reinigung und Pflege von Wohn- und Funktionsbereichen
  • Modul 2: Alltägliche Versorgungsleistungen
  • Modul 3: Alltägliche Betreuungsleistungen
  • Modul 4: Personengruppenorientierte Versorgungsleistungen
  • Modul 5: Hauswirtschaftliche Leistungen für Personen in besonderen Lebensumständen
  • Modul 6: Marketing für hauswirtschaftliche Produkte und Dienstleistungen

Welche Ausbildungsberufe gibt es?

Einzelunternehmer:innen oder Leiter:innen eines Unternehmens für haushaltsnahe Dienstleistungen sollten eine hauswirtschaftliche Ausbildung durchlaufen haben. Hierzu bieten sich folgende Berufsqualifikationen an:

  • Ausbildung zur Hauswirtschafterin bzw. zum Hauswirtschafter
  • Fortbildung zur geprüften Fachhauswirtschafterin oder zum Fachhauswirtschafter
  • Fortbildung zur Meisterin beziehungsweise zum Meister der Hauswirtschaft
  • Weiterbildung zur hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin oder. zum Betriebsleiter

Verdienstmöglichkeiten

Der Berufsverband für Angestellte und Selbständige in der Hauswirtschaft e. V. (bkh) verhandelt bundesweit gültige Tarif- und Manteltarifverträge für Beschäftige in privaten Haushalten und haushaltsnahen Dienstleistungsunternehmen. Hier finden Sie Informationen zur Tarifarbeit des bkh und hier den Link zur aktuellsten Tarifrunde von 2021.

Für alle Dienstleistenden, die nicht zum Tariflohn angestellt sind, gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 9,50 Euro brutto pro Stunde. Ab dem 01.01.2022 wird dieser auf 9,82 Euro erhöht. Es folgt eine weitere Erhöhung auf 10,45 Euro ab dem 01.07.2022. Geplant ist eine Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro brutto pro Stunde.

Selbstständige Haushaltshilfen können ihre Vergütung frei vereinbaren.

Förderung der Weiterbildung: Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Für die Förderung der beruflichen Weiterbildung gibt es verschiedene Wege.

  1. Individuelle Förderung der Teilnehmenden über Bildungsgutscheine (der Arbeitsagenturen),
  2. Bildungsprämien (Bundesprogramm) oder
  3. Bildungs- bzw. Qualifizierungsschecks mancher Länder.

Weiterführende Informationen und Links dazu:

Beim Europäischen Sozialfond gibt es sowohl eine Vielzahl von Förderprogrammen und Finanzierungsoptionen als auch Projekte, die bei Beschäftigungsträgern angesiedelt sind. Die Bewerbung um ein eigenes Projekt ist ebenfalls prinzipiell möglich. Die Antragstellung und Projektabwicklung sind allerdings aufwendig und erfordern viel Zeit.

Illegale Beschäftigungsverhältnisse bekämpfen

Studien zeigen, dass ein großer Teil der Haushaltshilfen nicht angemeldet ist. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht davon aus, dass im Jahr 2017 rund 90 % der Haushaltshilfen in keinem legalen Verhältnis beschäftigt waren.

Der Stundenendpreis bei diesen illegalen Beschäftigungen wird auf ca. 10 Euro geschätzt. Bei Minijobber:innen liegt der Stundenendpreis einschließlich Versicherungsbeiträgen und Steuern bei ca. 12 Euro, bei Soloselbstständigen bei ca. 20 Euro und bei Dienstleistungsunternehmen bei ca. 28 Euro.

Häufig glauben Arbeitgeber:innen und Dienstleistende, dass illegale Beschäftigungsverhältnisse besser sind – mehr Geld, weniger Aufwand, einfach und unkompliziert. Das ist ein Trugschluss! Es kann mit hohen Geldzahlungen und sogar Gefängnis bestraft werden. Beide Parteien tragen ein hohes Risiko.

Nachteile für Haushaltshilfen:

  • Keine Versicherung bei Arbeitsunfällen
  • Finanzeinbußen bei krankheitsbedingten Ausfällen
  • Keine Einzahlung ist die Sozialsysteme
  • Weniger Rentenansprüche
  • Hohes Risiko für Betrug
  • Keine rechtliche Handhabe

Nachteile für private Haushalte:

  • Keine Ersatzansprüche bei Ausfällen
  • Evtl. mindere Qualität der Dienstleistungen
  • Bei entstandenen Schäden, kein ausreichender Rechtsschutz

Über die Minijobzentrale ist es ganz einfach als privater Haushalt eine Haushaltshilfe anzumelden. Dadurch wäre der private Haushalt in der Rolle des Arbeitgebers. Die weitaus bessere Lösung ist, die haushaltsnahen Dienstleistungen über ein Dienstleistungsunternehmen zu beziehen.